Der Arbeitsmarkt für Physiker
Das Berufbild der Physikerin /des Physikers
Das Studium der Physik ermöglicht vielseitige Tätigkeitsfelder in unterschiedlichen Berufen und Branchen. Derzeit gibt es rund 55000 Diplom-Physiker/innen in Deutschland. Physiker werden in denjenigen Bereichen der Industrie, der Forschungsinstitute, der Beratungsfirmen und des Patentwesens benötigt und eingesetzt, die besondere Ansprüche an analytische, systematische und synthetische Fähigkeiten stellen. Das gilt für Physiker in der Chemischen Industrie, der Energietechnik, dem Maschinenbau, der Nachrichtentechnik, der Umwelttechnik, der Managementberatung usw.
Die meisten Physiker finden ihre Anstellung in der Industrie und an Hochschulen und Universitäten. Industriephysiker in den Großunternehmen arbeiten hauptsächlich in Forschung und Entwicklung. Das Arbeitsfeld kann jedoch auch in der Fertigung, dem Vertrieb oder im Management liegen. Die Tätigkeitsfelder in der mittelständischen Wirtschaft sind bislang nur unzureichend erschlossen.
Das traditionell breite Berufsfeld des Physikers verlagert sich durch die Entwicklung in Wissenschaft und Technik kontinuierlich. Auch in der Zukunft werden Physiker auf Gebieten arbeiten, für die sie während des Studiums nicht direkt ausgebildet wurden und für die teilweise eine eigene Ausbildung noch nicht existiert.
Erweitert werden die Berufsmöglichkeiten darüber hinaus durch Zusatzqualifikationen, die während des Studiums erworben werden können. Hierzu zwei Beispiele:
Zum einen ist EDV ein Bereich, der Physikern/innen, vor allem in der Softwareentwicklung, Einstiegsmöglichkeiten bot und noch bietet.
Zum anderen bietet die moderne Medizin ein weiteres Berufsfeld für Physiker. Krankenhäuser und Kliniken benötigen zum Betrieb ihrer medizinischen Geräte (NMR, Bestrahlungsanlagen, Laser usw.) Spezialisten, die über die Grundlagen der Medizin ebenso Bescheid wissen wie über die Funktionsweise der Apparaturen und über die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen.
Seit Jahren liegt die Zahl der Promotionen bundesweit konstant etwa zwischen 40% und 50% der Absolventenzahlen eines Jahrganges, was zeigt, daß das Physik-Diplom einen breit akzeptierten, berufsqualifizierenden Studienabschluß darstellt. Am Arbeitsmarkt der Physiker in Industrie und gewerblicher Wirtschaft spielt die Promotion keine entscheidende Rolle; beim Einschlagen der Hochschullaufbahn ist sie unabdingbar.
Auch die Existenzgründung als Physiker kann in Erwägung gezogen werden, wie einige, allerdings wenige, positive Beispiele aus jüngster Vergangenheit zeigen. Überlegungen in dieser Richtung bieten sich wegen des Trends in der Industrie an, begrenzte Forschungs- und Entwicklungsaufgaben an außerbetriebliche geeignete Institute oder Firmen zu vergeben.